Archive for the ‘Unfallsachen’Category

BGH Sieger Besieger

Es ging um 330 EUR. Der Mandant, Daimleris Mercenidis, griechischer Staatsbürger, erhielt im Spätsommer 2009 eine Delle in seinem 10 Jahre alten Benz hinten links. Schuld war der Andere. Mercenidis regulierte selbst an und legte einen Kostenvoranschlag der Daimler AG über 2.400 EUR vor.

Zu viel, befand die Kravag. Eine gleichwertige Werkstatt könne viel günstiger reparieren. Es fehlten fortan 330 EUR. Nun ließ Mercenidis den Verkehrsanwalt von der Leine. Der beschimpfte die Kravag, warf ihr Ahnungslosigkeit vor und drohte alles Übel dieser Welt an.

Grund war die bis dahin geltende BGH Rechtsprechung (sog. Porsche-Urteil), wonach ein Geschädigter grundsätzlich, auch ohne Vorlage einer Reparaturrechnung (fiktive Abrechnung), auf die Kosten einer markengebundenen Fachwerkstatt abstellen durfte. Read the rest of this entry →

18

01 2013

Ohne Anwalt: Allianz versucht, Geschädigten nach Unfall abzuzocken!

Nach einem Unfall kann der Geschädigte die voraussichtlichen Reparaturkosten von der gegnerischen Haftpflichtversicherung – auch der Allianz – erhalten, ohne reparieren zu müssen (sog. fiktive Abrechnung).

Die Kalkulation dieser voraussichtlichen Reparaturkosten beruht häufig auf den Stundensätzen und Ersatzteilpreisen von markengebundenen Reparaturwerkstätten. Diese sind in der Regel erheblich höher, als bei so genannten freien Werkstätten. Nicht nur die Allianz möchte natürlich lieber nach den niedrigeren Stundensätzen abrechnen.

Den Streit darüber, welche Stundensätze bei der fiktiven Abrechnung eines Unfallschadens angesetzt werden dürfen, hat der Bundesgerichtshof dem Grunde nach entschieden. Read the rest of this entry →

20

12 2012

Ergo will in diesem Jahr nichts mehr zahlen

Der Kostendruck in der Kfz-Haftpflichtversicherung ist hoch. Die Schadensquote in Deutschland liegt bei ca. 102% – 110%. Von jedem eingenommenen Beitragseuro gehen folglich 1,02 € – 1,10 € an Geschädigte raus.

Unbekannt ist, ob das der Grund dafür ist, das die Ergo in diesem Jahr nichts mehr zahlen will. Die Geschäftsleitung hat nach Angaben der Sachbearbeiterebene einen Zahlungsstop verfügt. Das hat eine Dame immerhin freundlich, entschuldigend (wir können nichts dafür) und in klar verständlicher Sprache mitgeteilt. Kohle gibt es erst wieder im neuen Jahr.

Das ist doch ein Fall für den Kundenanwalt der Ergo. Oletzky. Übernehmen Sie. Hat das Euer Didi verzapft?

Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich mir das gefallen lassen soll. Im aktuellen Fall fehlen ca. 200 €, die unstreitig nachzuzahlen sind. Aber eben nicht mehr in diesem Jahr.

Mal sehen, ob ein Drohschreiben an die Ergo hilft…

Update 19.12.12: Hat geholfen. Heute faxte die Ergo den Überweisungsbeleg. Es wird also doch noch gezahlt, wenn auch nur unter Zwang.

18

12 2012

Gerichtspoker mit der R+V zum Restwertangebot

Die R+V ist derzeit auf Krawall gebürstet. Neben vermehrten Klageverfahren wegen Mietwagenkosten spielt zumindest die Regulierungsstation Frankfurt zuletzt in anderen Sachen gerne Gerichtspoker. Beim Gerichtspoker zahlt man eine juristisch relativ eindeutige Forderung nicht, in der Hoffnung, der Anspruchsteller werde aus irgendwelchen Gründen – fehlende Rechtschutzversicherung, geringer Differenzbetrag – nicht klagen.

In der letzten Partie ging es um den Restwert eines Kfz mit Totalschaden. Bei der Schadensberechnung eines Totalschadens hat der Schädiger den Wiederbeschaffungswert auszugleichen, allerdings vermindert um den Restwert. Read the rest of this entry →

16

03 2012

BGH: Werksangehörigenrabatt für Unfallreparatur steht dem Schädiger zu!

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Werksrabatte, die Mitarbeitern für eine Unfallreparatur gewährt werden, im Rahmen einer Unfallregulierung dem Schädiger zustehen.

Der Kläger ist BMW-Werksangehöriger. Bei einem unverschuldeten Unfall wurde sein BMW-Mini beschädigt. Ein Gutachten taxierte den Schaden auf 3.400 EUR netto. In Höhe dieses Betrages rechnete er zunächst auch ab. Danach ließ er den Schaden in einer BMW-Niederlassung reparieren. Die dortige Rechnung lautete zwar auf 4.000 EUR (brutto), aufgrund einer Betriebsvereinbarung musste er aber nur 2.900 EUR zahlen.  Das freute die zur Zahlung verpflichtete Versicherung, die nach Eingang der Rechnung die Abrechnung des Fahrzeugschadens umgehend auf 2.900 EUR reduzierte. Der BMW-Mann nahm sich spätestens jetzt den besten Advokaten und führte Prozesse, dass die Funken glühten. Sämtliche Verfahren gewann er auch – moralisch. Read the rest of this entry →

19

10 2011

KRAVAG Hamburg der Usain Bolt der Unfallregulierung

Pfefferminz für Frau S.

Pfefferminz für Frau S.

Eigentlich ist es viel schöner, über lahme und unverschämte Versicherer zu mosern. Ausreichend Material ist vorhanden. Im Gegensatz dazu lieferte die KRAVAG heute eine Unfallregulierung im Sprinterstil:

Die Schadenmeldung mit Gutachten und allem Drum und Dran wurde elektronisch um 11:06 Uhr abgesetzt.

Die Antwort folgte um 13:25 Uhr, diesmal mit den „guten“ Textbausteinen: „…keine Einwände zu unserer Eintrittspflicht.“ und „Die Sachverständigengebühren haben wir, wie gewünscht, an das SV-Büro gezahlt.“

Sensationell. 2:19 h. Wie kann das gehen? Sicherheitshalber folgte ein Anruf bei Frau S. aus Hamburg:

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08

09 2011

„Fair Play“ und andere Schäden

Keine Fußball-, sondern Werkstattprofis bevölkerten am 27.08.11 die Event-Loge des besten Fußballvereins der Welt in der Coface Arena. Eine Taktikbesprechung fand dennoch statt. Allerdings ging es eher um Strategien für eine effiziente Abwicklung von Unfallschäden. Ein Blockbuster für Servicekräfte in Werkstätten und Autohäusern.

Blockbuster

Blockbuster

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30

08 2011

Allianz: Wer keine Nachbesichtigung zulässt, ist ein Betrüger

Dass Versicherungen nach einem Verkehrsunfall den Schaden klein rechnen wollen, ist kein Geheimnis. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehbar, da es die berühmte Versichertengemeinschaft, bzw. die Aktionäre so wollen. Die Allianz schlägt aber nun ein neues Kapitel der Verschwendung von Unternehmensvermögen auf und macht die sog. „Nachbesichtigung“ (wieder) zum Thema. Unter Nachbesichtigung versteht die Allianz die Kontrolle des Unfallwagens durch einen selbst beauftragten Sacherständigen. Das ist schon grundsätzlich abzulehnen, wenn der verunfallte Wagen und damit der vom Geschädigten beauftragte Sachverständige kontrolliert werden soll. Neuerdings möchte man aber das reparierte Auto besichtigen!

So gestaltete sich jedenfalls ein Telefonat: Read the rest of this entry →

05

08 2011

Unfallschaden über 130% – Es darf auch mal ein bisschen mehr sein

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seiner so genannten 130%-Rechtsprechung einen weiteren Sicherungshaken in die Felswand der Abrechnungsarten geschlagen.

Bekanntlich ist eine Reparatur grundsätzlich unwirtschaftlich, wenn die Reparaturkosten bei einem Unfallschaden den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges übersteigen. Ausnahmsweise darf eine Reparatur – unter Erstattung der Kosten – aber dennoch erfolgen. Voraussetzung: Die kalkulierten Reparaturkosten liegen nicht mehr als 30% über dem Wert des Autos, es folgt eine Reparatur nach den Vorgaben des Gutachters, die geltend gemachten Kosten sind tatsächlich angefallen und das blecherne Unfallopfer soll weiter genutzt werden. Read the rest of this entry →

10

05 2011

Die dunkle Seite der Macht

Die dunkle Seite der Macht hat den VW-Konzern, bzw. dessen Händlernetz schon lange erreicht.

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19

03 2011